Bestattungsriten – Puppenbestattung

Andere Länder, andere Sitten – doch manchmal wird es echt skurril.

In Japan werden regelmäßig Puppenbestattungen veranstaltet. Doch nicht jede Puppe darf bestattet werden. Eine Barbie hätte dabei keine Chancen. Es handelt sich dabei um spezielle Puppen, die traditionsgemäß zur Geburt eines Kindes von den Eltern oder Großeltern gekauft werden. Diese haben die Aufgabe das Kind zu beschützen und seine Entwicklung zu unterstützen. Wird das Kind erwachsen, hat die Puppe ihre Dienste geleistet. Dann wird sie feierlich verbrannt. Weiter verschenkt oder verkauft darf sie nicht werden, weil sie eine Seele hat, die mit “ihrem” Kind in Verbindung steht.

Bestattungsriten: Puppenbestattung
Bestattungsriten: Puppenbestattung in Japan sehr beliebt.

Bei der Bestattungszeremonie wird wirklich ein kleiner Reichtum verbrannt. Die Puppen kosten nämlich ein kleines Vermögen. Die einfachsten sind ab ca. 800,- Euro zu bekommen, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Kunstwerke für 70.000 Euro sind keine Seltenheit.

 

 

Auf mich wirkt diese Tradition recht befremdlich und zwar nicht wegen dem vielen Geld, das vernichtet wird, sondern durch das Vernichten des Symbols für einen noch lebenden Menschen. Es ist so, als wenn die Kindheit der Menschen endgültig ausgelöscht wäre. Ich fände es viel schöner, wenn die Puppen die Menschen bis zu ihrem Tod begleiten und dann gemeinsam ins Jenseits wechseln würden. Nun ja, wahrscheinlich kapiere ich es nicht, weil ich keine Japanerin bin.

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