Alternative Bestattung: wenn Erinnerungen zu Steinen werden

Alternative Bestattung: wenn Erinnerungen zu Steinen werden

Vor wenigen Tagen erreichte mich eine E-Mail mit recht ungewöhnlicher Frage. Eine Leserin bat mich um einen Tipp zur alternativen Bestattung bzw. einer nachhaltigen, ortsunabhängigen Erinnerungsform an einen Verstorbenen. Aber der Reihe nach…

Sie selbst lebt berufsbedingt in Südamerika. Ihre schwer kranke Mutter ist in einer Pflegeeinrichtung in Deutschland untergebracht. Mit der Tatsache bald sterben zu müssen, ist sie im Reinen. Nach ihrem Tod will sie entsprechend der Familientradition in der Erde bestattet werden. Ihre Tochter kann sich dadurch den persönlichen Wunsch, aus der Asche ihrer Mutter einen Edelstein herstellen zu lassen, nicht realisieren. Sie liebt ihre Mutter sehr und die Vorstellung, so weit von ihrem Grab entfernt leben zu müssen, macht sie sehr traurig. So sucht sie nach einer Möglichkeit, ein einmaliges, persönliches und dauerhaftes Erinnerungsstück, das sie mit nach Südamerika nehmen kann, zu erschaffen.

Wenn Erinnerungen zu Steinen werden

Asche zu Stein
Der hochwertige, aus Haaren oder Asche hergestellter Edelstein speichert Erinnerungen für die Ewigkeit.

Zuerst hatte ich auch keine Idee, doch nach kurzer Recherche bin ich auf eine interessante Lösung gestoßen. Eine Firma aus Österreich verwandelt nicht nur Asche zu Stein, sondern stellt auch aus Haaren Edelsteine her. 

Der Beweggrund für Gerald Reiter, Gründer des Unternehmens, diese Produktidee zu entwickeln hatte mit einem eigenen schmerzlichen Verlust zu tun. Er machte sich deshalb auf die Suche nach einer Möglichkeit, die ihm und in Folge vielen weiteren Betroffenen, hilft geliebte Menschen, Tiere oder Erlebnisse nie zu vergessen.

 Die Lösung lag für ihn in der Entwicklung eines speziellen Verfahrens zur Produktion von sogenannten Generationensteinen. Dabei werden aus nur 10g Haare oder 150g Asche in einem chemischen Verfahren die Elemente gewonnen, aus denen Saphire und Rubine bestehen. Aus diesen Bestandteilen wächst der Rohedelstein. Durch manuellen Schliff erhält er das gewünschte Design und wird zum einzigartigen Juwel. Wissenschaftliche Nachweisbarkeit garantiert, dass sich am Ende auch tatsächlich Bestandteile der Haare oder Asche im Stein befinden.

Eine alternative Bestattung ist es streng genommen nicht, sondern eine neuartige Form Erinnerungen festzuhalten. Dadurch, dass die Haare auch von lebenden Personen stammen können, muss die Erinnerung nicht zwangsweise mit dem Tod verbunden sein. So landen bei Mevisto GmbH immer häufiger Aufträge für persönliche Glücksbringer, Geschenke zu besonderen Anlässen wie Jubiläen, runde Geburtstage oder Preise für besondere Leistungen.

Die Vorstellung die Haarlocke einer mir wichtigen Person als Edelstein am Finger oder Hals zu tragen, fühlt sich für mich gut an. Die Blog-Leserin teilt meine Meinung und freut sich, einen Weg gefunden zu haben, der den Wunsch ihrer Mutter respektiert und ihr selbst die Erinnerung nachhaltig schenkt.

3 Gedanken zu „Alternative Bestattung: wenn Erinnerungen zu Steinen werden

  • 3. März 2020 um 10:39
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    Ich habe mich vor einigen Monaten auch mit alternativen Bestattungsformen befasst, bei mir hat es allerdings meine Hündin als Hintergrund. Damals habe ich zum ersten Mal von der Variante gelesen aus Asche Steine oder sogar Edelsteine zu formen und ich finde diese Idee wunderschön. Ich werde mir, sollte es mit meiner Hündin zu Ende gehen, ein Bestattungsunternehmen suchen, das dies für mich verwirklicht, sodass ich meine Süße immer an meinem Herzen tragen kann.

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  • 14. April 2020 um 11:35
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    Ich finde das eine so schöne Idee mit dem Edelstein als Erinnerung! Meine beste Freundin hat vor 1 Woche ihre Tochter verloren und am Ende dieser Woche wird eine kleine Kinderbestattung nur mit der Familie gemacht um Abschied zu nehmen. Ich wollte meiner Freundin diese Idee zeigen, weil es vielleicht ein Weg ist näher an ihrer Tochter in der Zukunft zu sein. Ich werde die Person die für ihre Bestattung verantwortlich sein wird Fragen ob sie das schon einmal gesehen hat und uns sagen kann wo ich mehr Informationen darüber finden kann! Danke für diesen Beitrag!

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  • 16. Juli 2020 um 15:13
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    Ich würde meinen Mann gerne dabei unterstützen, die Beerdigung seiner kürzlich verstorbenen Mutter zu planen. Gut zu wissen, dass es heutzutage auch die Möglichkeit gibt, aus Haaren eines Verstorbenen Edelsteine herzustellen und nicht nur aus Asche. Denn seine Mutter hat sich eine Erdbestattung gewünscht und ein Stein aus Asche ist somit nicht möglich. Ich werde meinem Mann die Möglichkeit mit den Haaren vorschlagen, da er sicher gerne einen Stein als Erinnerung hätte.

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